Schlitteln mit dem Plastikbob ist für Kinder sehr gefährlich, vor allem bei eisiger Unterlage
"Am Samstag ist ein Knabe beim Schlitteln in einem Plasticbob ungebremst über den Vorplatz der Skihütte Schwand gerast, gegen die Grundmauer geprallt und an Armen, Beinen und Kopf schwer verletzt worden”. Dies ist leider nur eine von vielen Mitteilungen über Unfälle beim Schlitteln, die in der Winterzeit in den Tageszeitungen erscheinen. In einer Studie der BfU über das Unfallgeschehen bei Kindern im Alter von 0-16 Jahren zeigt sich, dass das Total der Sportunfälle 30 % beträgt, wobei sich die meisten Unfälle mit fast 40 % beim Wintersport ereignen (1). Während bei guten Schneeverhältnissen (Neuschnee) auf sanften Abhängen mit Auslauf kaum eine echte Gefahr beim Schlitteln besteht, ändert sich die Situation radikal, wenn über längere Zeit kein Schnee mehr gefallen, die Unterlage somit hart oder gar eisig ist, und insbesondere bei Plastikbobs.
Man kann nicht genügend vor kleinen Kindern in Plastikbobs bei gefrorener Unterlage warnen.
Einerseits weil ein solcher Bob auf gefrorener Unterlage beschleunigt wird und andererseits weil die Bremsen dieses Bobs - vielfach nur eine Plastikkralle - absolut ungenügend sind, um das Gefährt zu bremsen. Kommt dazu, dass in diesen Bobs vielfach Kleinkinder sitzen, die auch die Kraft zum Bremsen gar nicht aufbringen.Die schwereren Unfälle, die beim Schlitteln geschehen, ereignen sich fast immer bei einer harten oder gar gefrorenen Schneedecke, wo ein Steuern und ins-besondere das Bremsen der Bobs vielfach nicht möglich ist.
Wenn in dieser Situation ein ungenügender Auslauf vorhanden ist oder gar Hindernisse wie Mauern, Zaunpflöcke und dergleichen im Bereich des Auslaufs stehen, ist ein Unfall geradezu vorprogrammiert.
Die schwersten Unfälle ereignen sich dadurch, dass die Kinder entweder mit dem Bob gegen einen festen Gegenstand prallen oder durch die rasante Fahrt aus dem Bob und gegen ein Hindernis geschleudert werden.
Kleine Kinder sollen nur bei guten Schnee-verhältnissen mit Plastikbobs schlitteln. Durch die oben erwähnten Unfallmechanismen kommt es zu schweren Verletzungen, wie Ober-schenkel- und Schädelbrüchen. In der erwähnten BfU-Statistik zeigt sich, dass Zusammenstösse mit Gegenständen, Menschen oder Fahrzeuge mit 42 % ebenfalls am häufigsten bei den Wintersportarten stattfinden. Interessanterweise gibt es statistisch keine Unterschiede in der Häufigkeit von Verletzungen durch Schlitteln bei Mädchen und Knaben. Beim Schlitteln passieren gegenüber Skifahren deutlich weniger Unfälle, hingegen ist der Schweregradindex der Verletzungen beim Schlitteln deutlich höher. Neben den Unfällen im Wassersport sind im Kindesalter diejenigen beim Schlitteln die Schwersten. In bezug auf die Altersgruppen zeigt die Studie, dass die Altersgruppe der 5-9 Jährigen ein mittleres Risiko beim Schlitteln hat, während ältere Kinder (10-14 Jahre) beim Schlitteln sehr schwer, wenn auch nicht sehr häufig verunfallen. Die Gründe dafür liegen wahrscheinlich darin, dass die älteren Kinder rasantere Fahrten lieben und grössere Risiken eingehen. Der hohe Schweregrad der Verletzungen beim Schlitteln rührt daher, dass der Unfallmechanismus vielfach ein Sturz vom Schlitteln in voller Fahrt ist, wobei das Element der Beschleunigung mit ins Spiel kommt. Der Schwereindex bei Unfällen beim Schlitteln durch Stürze ist überdies um einiges höher als derjenige bei Zusammenstössen irgendwelcher Art, letztere kommen jedoch etwas häufiger vor.
(1) Quelle: BfU-Bericht